Die Risiken auf ihrer Reise (07-02-07)
 
Spermien
Die Risiken auf ihrer Reise
Verschmelzen
Biochemische Unterstützung
Befruchtetes Ei
Der Weg in die Gebärmutter

In der Menge sind sie stark: Bis zu 500 Millionen Samenzellen schießen mit rund 15 Stundenkilometern während einer einzigen Ejakulation in die Scheide. Nur rund 500 werden auf das Ei treffen, befruchten wird es dann sogar bloß ein einziges Spermium. Die Chancen für jede einzelne Samenzelle stehen also nur 1:500 Millionen. Warum hat es die Natur so eingerichtet, dass eine große Anzahl von Samenzellen keinen Erfolg hat? „Die entscheidende Ursache für dieses Selektionsprogramm hat die Wissenschaft noch nicht gefunden“, bedauert Markus Kupka, Leiter der Arbeitsgruppe Kinderwunsch an der Universitätsfrauenklinik München. Eine Theorie lautet, die große Menge sei nötig, weil ein erheblicher Anteil der Spermien fehlgeformt ist oder spontan auftretende Genänderungen aufweist. Sicher ist, dass der Weg zur reifen Eizelle lang und reich an Hindernissen ist für die 0,05 Millimeter kleinen Spermien, die sich nur mit Hilfe einer Geißel, ähnlich dem Schwanz einer Kaulquappe, fortbewegen können. „Deshalb sind viele Samenfäden nötig, damit wenigstens einige die Chance haben, zur Eizelle zu gelangen“, erklärt der Gynäkologe.
 

20 Zentimeter in zwei Stunden

Für die Reise zum Ei hat der Körper die Spermien mit einer Begleitsubstanz gerüstet, die aus Wasser, Eiweiß und Mineralstoffen besteht, dem so genannten Seminalplasma. Es soll die Samenfäden bei ihrem Auftrag unterstützen, stark machen und möglichst lange leben lassen. Im günstigsten Fall werden sie die etwa 20 Zentimeter lange Strecke in nur zwei Stunden zurücklegen, im ungünstigsten bis zu eine Woche unterwegs sein. Dann findet vielleicht eines von ihnen seine Erfüllung, gemeinsam mit der Eizelle neues Leben zu schaffen.

Fachliche Beratung:

PD Dr. Markus S. Kupka, Gynäkologe

Leiter der Arbeitsgruppe Kinderwunsch

Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

LMU München – Innenstadt

 

Sofort nach der Ejakulation erwartet die Spermien das erste Hindernis: Die Schleimhäute der Scheide verfügen über ein spezielles saures Milieu mit starken Abwehrzellen. „Sie erkennen die Samenfäden als Fremdstoffe und versuchen, sie zu eliminieren“, erklärt Gynäkologe Markus Kupka. Diejenigen Spermien, die diesen Angriff überstanden haben, können an der nächsten Barriere scheitern: Am Gebärmutterhals versperrt ihnen während der unfruchtbaren Zeit der Frau zäher Schleim den Weg. Durch weibliche Sexualhormone, die den gesamten Zyklus steuern, verflüssigt er sich erst zur Zeit des Eisprungs, also in der Zyklusmitte. Viele Spermien sterben bis dahin.

Manchen gelingt es, in winzigen Verästelungen des Gebärmutterhalses einige Tage auf diesen günstigen Zeitpunkt zu warten. Ist der Weg dann frei, schwimmen sie weiter durch die Gebärmutter. So ist es übrigens zu erklären, dass viele Frauen schwanger werden, obwohl sie nicht während der Zeit des Eisprungs Verkehr hatten, sondern einige Tage davor. Auf ihrem Weg durch die Gebärmutter verirren sich manche Spermien in winzigen Nischen und Sackgassen des Organs, und nur einige gelangen in die Eileiter.

Eine einzige Eizelle pro Zyklus
Doch nicht jedes Spermium, das den Weg bis in die Gebärmutter geschafft hat, wird eine Eizelle befruchten. Nur einmal pro Monatszyklus wartet dort eine fertige Eizelle. Sie reift während der ersten Zyklushälfte im Eierstock heran. Anfangs umgibt sie eine mit Flüssigkeit gefüllte Blase. Dieser Follikel enthält unter anderem Nährstoffe und Hormonvorstufen. Rund zwei Wochen nach Beginn der letzten Menstruation, also zu Anfang der zweiten Zyklushälfte, dehnt er sich immer weiter aus, bis er platzt. Der Druck schleudert die Eizelle aus dem Eierstock heraus in den Trichter des Eileiters (Eisprung oder Ovulation). Aus den Follikelresten entsteht der so genannte Gelbkörper, der nun das Hormon Progesteron bildet. Konzeptionsexperte Markus Kupka: „Die Eizelle trifft im Eileiter auf die Samen, die am schnellsten waren.“ Hier vollzieht sich die eigentliche „Hochzeit“, also die Vereinigung von Eizelle und Spermium

Sofort nach der Ejakulation erwartet die Spermien das erste Hindernis: Die Schleimhäute der Scheide verfügen über ein spezielles saures Milieu mit starken Abwehrzellen. „Sie erkennen die Samenfäden als Fremdstoffe und versuchen, sie zu eliminieren“, erklärt Gynäkologe Markus Kupka. Diejenigen Spermien, die diesen Angriff überstanden haben, können an der nächsten Barriere scheitern: Am Gebärmutterhals versperrt ihnen während der unfruchtbaren Zeit der Frau zäher Schleim den Weg. Durch weibliche Sexualhormone, die den gesamten Zyklus steuern, verflüssigt er sich erst zur Zeit des Eisprungs, also in der Zyklusmitte. Viele Spermien sterben bis dahin.

Manchen gelingt es, in winzigen Verästelungen des Gebärmutterhalses einige Tage auf diesen günstigen Zeitpunkt zu warten. Ist der Weg dann frei, schwimmen sie weiter durch die Gebärmutter. So ist es übrigens zu erklären, dass viele Frauen schwanger werden, obwohl sie nicht während der Zeit des Eisprungs Verkehr hatten, sondern einige Tage davor. Auf ihrem Weg durch die Gebärmutter verirren sich manche Spermien in winzigen Nischen und Sackgassen des Organs, und nur einige gelangen in die Eileiter.

Doch nicht jedes Spermium, das den Weg bis in die Gebärmutter geschafft hat, wird eine Eizelle befruchten. Nur einmal pro Monatszyklus wartet dort eine fertige Eizelle. Sie reift während der ersten Zyklushälfte im Eierstock heran. Anfangs umgibt sie eine mit Flüssigkeit gefüllte Blase. Dieser Follikel enthält unter anderem Nährstoffe und Hormonvorstufen. Rund zwei Wochen nach Beginn der letzten Menstruation, also zu Anfang der zweiten Zyklushälfte, dehnt er sich immer weiter aus, bis er platzt. Der Druck schleudert die Eizelle aus dem Eierstock heraus in den Trichter des Eileiters (Eisprung oder Ovulation). Aus den Follikelresten entsteht der so genannte Gelbkörper, der nun das Hormon Progesteron bildet. Konzeptionsexperte Markus Kupka: „Die Eizelle trifft im Eileiter auf die Samen, die am schnellsten waren.“ Hier vollzieht sich die eigentliche „Hochzeit“, also die Vereinigung von Eizelle und Spermium.

 

 
Copyright © 2002 - update 23-01-2010