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In der Menge sind sie stark: Bis zu 500
Millionen Samenzellen schießen mit rund 15 Stundenkilometern während
einer einzigen Ejakulation in die Scheide. Nur rund 500 werden auf das
Ei treffen, befruchten wird es dann sogar bloß ein einziges Spermium.
Die Chancen für jede einzelne Samenzelle stehen also nur 1:500
Millionen. Warum hat es die Natur so eingerichtet, dass eine große
Anzahl von Samenzellen keinen Erfolg hat? „Die entscheidende Ursache für
dieses Selektionsprogramm hat die Wissenschaft noch nicht gefunden“,
bedauert Markus Kupka, Leiter der Arbeitsgruppe Kinderwunsch an der
Universitätsfrauenklinik München. Eine Theorie lautet, die große Menge
sei nötig, weil ein erheblicher Anteil der Spermien fehlgeformt ist oder
spontan auftretende Genänderungen aufweist. Sicher ist, dass der Weg zur
reifen Eizelle lang und reich an Hindernissen ist für die 0,05
Millimeter kleinen Spermien, die sich nur mit Hilfe einer Geißel,
ähnlich dem Schwanz einer Kaulquappe, fortbewegen können. „Deshalb sind
viele Samenfäden nötig, damit wenigstens einige die Chance haben, zur
Eizelle zu gelangen“, erklärt der Gynäkologe.
20 Zentimeter in zwei Stunden
Für die Reise zum Ei hat der Körper die
Spermien mit einer Begleitsubstanz gerüstet, die aus Wasser, Eiweiß und
Mineralstoffen besteht, dem so genannten Seminalplasma. Es soll die
Samenfäden bei ihrem Auftrag unterstützen, stark machen und möglichst
lange leben lassen. Im günstigsten Fall werden sie die etwa 20
Zentimeter lange Strecke in nur zwei Stunden zurücklegen, im
ungünstigsten bis zu eine Woche unterwegs sein. Dann findet vielleicht
eines von ihnen seine Erfüllung, gemeinsam mit der Eizelle neues Leben
zu schaffen.
Fachliche Beratung:
PD Dr. Markus S. Kupka, Gynäkologe
Leiter der Arbeitsgruppe Kinderwunsch
Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde
und Geburtshilfe
LMU München – Innenstadt
Sofort nach der Ejakulation erwartet die Spermien das erste Hindernis: Die Schleimhäute der Scheide verfügen über ein spezielles saures Milieu mit starken Abwehrzellen. „Sie erkennen die Samenfäden als Fremdstoffe und versuchen, sie zu eliminieren“, erklärt Gynäkologe Markus Kupka. Diejenigen Spermien, die diesen Angriff überstanden haben, können an der nächsten Barriere scheitern: Am Gebärmutterhals versperrt ihnen während der unfruchtbaren Zeit der Frau zäher Schleim den Weg. Durch weibliche Sexualhormone, die den gesamten Zyklus steuern, verflüssigt er sich erst zur Zeit des Eisprungs, also in der Zyklusmitte. Viele Spermien sterben bis dahin.
Manchen gelingt es, in winzigen Verästelungen des Gebärmutterhalses einige Tage auf diesen günstigen Zeitpunkt zu warten. Ist der Weg dann frei, schwimmen sie weiter durch die Gebärmutter. So ist es übrigens zu erklären, dass viele Frauen schwanger werden, obwohl sie nicht während der Zeit des Eisprungs Verkehr hatten, sondern einige Tage davor. Auf ihrem Weg durch die Gebärmutter verirren sich manche Spermien in winzigen Nischen und Sackgassen des Organs, und nur einige gelangen in die Eileiter.
Eine einzige Eizelle pro Zyklus Doch
nicht jedes Spermium, das den Weg bis in die Gebärmutter geschafft hat,
wird eine Eizelle befruchten. Nur einmal pro Monatszyklus wartet dort
eine fertige Eizelle. Sie reift während der ersten Zyklushälfte im
Eierstock heran. Anfangs umgibt sie eine mit Flüssigkeit gefüllte Blase.
Dieser Follikel enthält unter anderem Nährstoffe und Hormonvorstufen.
Rund zwei Wochen nach Beginn der letzten Menstruation, also zu Anfang
der zweiten Zyklushälfte, dehnt er sich immer weiter aus, bis er platzt.
Der Druck schleudert die Eizelle aus dem Eierstock heraus in den
Trichter des Eileiters (Eisprung oder Ovulation). Aus den Follikelresten
entsteht der so genannte Gelbkörper, der nun das Hormon Progesteron
bildet. Konzeptionsexperte Markus Kupka: „Die Eizelle trifft im Eileiter
auf die Samen, die am schnellsten waren.“ Hier vollzieht sich die
eigentliche „Hochzeit“, also die Vereinigung von Eizelle und Spermium
Sofort nach der Ejakulation erwartet die
Spermien das erste Hindernis: Die Schleimhäute der Scheide verfügen über
ein spezielles saures Milieu mit starken Abwehrzellen. „Sie erkennen die
Samenfäden als Fremdstoffe und versuchen, sie zu eliminieren“, erklärt
Gynäkologe Markus Kupka. Diejenigen Spermien, die diesen Angriff
überstanden haben, können an der nächsten Barriere scheitern: Am
Gebärmutterhals versperrt ihnen während der unfruchtbaren Zeit der Frau
zäher Schleim den Weg. Durch weibliche Sexualhormone, die den gesamten
Zyklus steuern, verflüssigt er sich erst zur Zeit des Eisprungs, also in
der Zyklusmitte. Viele Spermien sterben bis dahin.
Manchen gelingt es, in winzigen Verästelungen des Gebärmutterhalses
einige Tage auf diesen günstigen Zeitpunkt zu warten. Ist der Weg dann
frei, schwimmen sie weiter durch die Gebärmutter. So ist es übrigens zu
erklären, dass viele Frauen schwanger werden, obwohl sie nicht während
der Zeit des Eisprungs Verkehr hatten, sondern einige Tage davor. Auf
ihrem Weg durch die Gebärmutter verirren sich manche Spermien in
winzigen Nischen und Sackgassen des Organs, und nur einige gelangen in
die Eileiter.
Doch nicht jedes Spermium, das den Weg bis
in die Gebärmutter geschafft hat, wird eine Eizelle befruchten. Nur
einmal pro Monatszyklus wartet dort eine fertige Eizelle. Sie reift
während der ersten Zyklushälfte im Eierstock heran. Anfangs umgibt sie
eine mit Flüssigkeit gefüllte Blase. Dieser Follikel enthält unter
anderem Nährstoffe und Hormonvorstufen. Rund zwei Wochen nach Beginn der
letzten Menstruation, also zu Anfang der zweiten Zyklushälfte, dehnt er
sich immer weiter aus, bis er platzt. Der Druck schleudert die Eizelle
aus dem Eierstock heraus in den Trichter des Eileiters (Eisprung oder
Ovulation). Aus den Follikelresten entsteht der so genannte Gelbkörper,
der nun das Hormon Progesteron bildet. Konzeptionsexperte Markus Kupka:
„Die Eizelle trifft im Eileiter auf die Samen, die am schnellsten
waren.“ Hier vollzieht sich die eigentliche „Hochzeit“, also die
Vereinigung von Eizelle und Spermium. |