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Fehlgeburten

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Zur Erfüllung des Kinderwunsches gehört nicht nur die Notwendigkeit, dass eine Schwangerschaft eintritt, sondern auch, dass diese wächst und gedeiht.

Manchmal kommt es zum jedoch Eintritt einer Fehlgeburt. Dies ist prinzipiell kein seltenes Ereignis. Wenn sich aber Fehlgeburten häufen, sollten die möglichen Ursachen untersucht werden.

In einigen Fällen kann dann sogar Hilfe angeboten werden. Sollten keine Ursache gefunden werden, so bieten wir die Teilnahme an einer Studie mit einem gerinnungshemmenden Medikament an, welches möglicherweise die Fehlgeburtenrate senken könnte.

Ca. 50 % aller Schwangerschaften enden als Abort.

Ca. 13 – 15 % werden bemerkt (klinische Aborte)

Sogenannte Frühaborte (< 12. SSW) treten davon in 90 % auf.

Spätaborte (> 12. SSW < 500g) in 2-5 %.

 

Habituelle Aborte

Definition:

3 oder mehr aufeinanderfolgende Aborte vor 12. SSW

> 2 Spätaborte nach 12. SSW

 

Häufigkeit ca. 1 – 2 % aller Frauen

Risiko für erneuten SS Verlust ca. 30 %

Risiko bereits nach 2 Aborten gleich

Etwa 5 % aller Frauen erleiden zwei und mehr Fehlgeburten 

 

Ursachen

Genetische Fehlanlagen von Mann und/oder Frau ca. 5 %

Uterusanomalien ca. 10-15 %

endokrinologische Störungen ca. 8-12 %

Diabetes mellitus

Subklinische (=unentdeckte) Zöliakie 

Gerinnungsstörungen

Autoimmunerkrankungen

 

Altersabhängigkeit von Fehlgeburten

20 - 24 Jahre       ca. 10%

30 - 34 Jahre       15%

35 – 39 Jahre       25%

40 – 44 Jahre       ca. 50%

 

Risiko eines klinischen Abortes

jede Schwangerschaft    11–15 %

Zustand nach 1 Abort     12–24 %

Zustand nach 2 Aborten  19–35 %

Zustand nach 3 Aborten  25–45 %

 

Auch bei einer Kinderwunschbehandlung kann eine Fehlgeburt eintreten (graue Linie, hier Reagenzglasbefruchtung):

 

 

Welche Besonderheiten bei Fehlgeburten im Zusammenhang mit einer Kinderwunschbehandlung bestehen, kann hier nachgelesen werden.

Previous miscarriages influence in vitro fertilization and intractyoplasmatic sperm injection outcome

Kupka MS, Dorn C, Montag M, Felberbaum R, van der Ven H, Kulczycki A, Friese K.

Reproductive Bio Medicine Online 8 (3) 348-356 (2004)

 

 

ETHIG II-Studie: Effektivität von Thromboseprophylaxe als Intervention in der Gravidität

 

Es soll bei gesunden Patientinnen ohne ersichtliche Ursache für gehäufte Fehlgeburten untersucht werden, ob die Gabe von Dalteparin (ein sogenanntes niedermolekulares Heparin, „Blutverdünnungsspritze“) das Risiko für eine Fehlgeburt vor der 24. Schwangerschaftswoche verringern kann. Zusätzlich soll untersucht werden, ob Schwangerschaftskomplikationen wie „Präeklampsie“ oder eine „kindliche Wachstumsretardierung“ unter dieser Therapie seltener auftreten.

 

 

Studienablauf:

Die Vorstellung bei uns sollte möglichst vor einer geplanten Schwangerschaft erfolgen, da nach 2 Fehlgeburten bereits aufwendige Untersuchungen zur Abklärung einer möglichen Ursache empfohlen werden.

In der 5 – 8. Schwangerschaftswoche wird festgelegt, ob man für die Studie geeignet ist (das können wir natürlich auch schon nach Abschluss der Untersuchungen vor einer Schwangerschaft festlegen). Bei Einschluss in die Studie wird jede Patientin einem Studienarm zugeteilt. Die eine Gruppe der Patientinnen erhält Dalteparin 5000 IE 1 x täglich als Spritze bis zum Ende der 24. Schwangerschaftswoche, die andere Gruppe der Patientinnen nicht.

Beide Patientinnengruppen erhalten von uns eine Multivitamintablette mit allen für die Schwangerschaft empfohlenen Inhaltsstoffen (Femibion 800 metafolat).

Im weiteren Verlauf sehen wir uns bis zur 12. Schwangerschaftswoche 1 x pro Woche, dann in der 16., 20. und 24. Schwangerschaftswoche sowie nach Geburt Ihres Kindes.

 

Sondergruppe:

Wenn

Ø   bei Ihnen bereits eine Gerinnungsstörung bekannt ist (oder im Rahmen der Voruntersuchungen entdeckt wird),

Ø   oder Sie bereits einmal eine Thrombose ohne Ursache hatten

Ø   oder bei Ihnen ein so genanntes Antiphospholipid-Syndrom bekannt ist (oder im Rahmen der Voruntersuchungen entdeckt wird)

erhalten Sie auf jeden Fall eine Therapie mit Dalteparin ab Eintritt der Schwangerschaft. Sie können dann aber trotzdem in einer Beobachtungsgruppe an der Studie teilnehmen.   

 

Einschlusskriterien

Ø   2 Frühaborte (konsekutiv) oder–> 1 Spätabort

Ø   Alter mindestens 18 Jahre

Ø   Intakte intrauterine SS in der 5.-8. SSW

 

Ausschlusskriterien

vorherige Aborte verursacht durch kindliche Fehlbildungen oder Gendefekte

Gebärmutter-Fehlanlagen

mütterliche Infektionen, die Aborte verursachen

Diabetes mellitus

Übermäßiger Nikotingenuss

Medikamentenabusus

Heparinintoleranz

Erkrankungen mit erhöhter Blutungsneigung (z.B. Hämophilie, Thrombozytopenie, Leber- und Nieren-KH)

Schwere Gefäßerkrankungen

 

Ansprechpartner in München

Arbeitsgruppe Kinderwunsch und Reproduktionsmedizin,

PD Dr. M. S. Kupka, Dr. M. Franz (lokaler Studienleiter), PD Dr. B. Schiessl

Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der LMU

Campus Innenstadt

Maistrasse 11

80337 München

 

Prof. Dr. C. Thaler, Dr. N. Rogenhofer

Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der LMU

Gynäkologische Endokrinologie, Familienplanung und Reproduktionsmedizin

Campus Großhadern

Marchioninistr. 15

80221 München

 

Abteilung Geburtshilfe und Perinatalmedizin

Dr. med. S. Pildner v. Steinburg

Frauenklinik der TU München

Klinikum rechts der Isar Ismaningerstr. 22

81675 München

 

Leiter der Klinischen Studie:

Prof. Dr. med. E. Schleußner

Direktor der Abteilung für Geburtshilfe

Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe

Friedrich-Schiller-Universität Jena

 

Weitere Zentren und Ansrechpartner der Studie in Deutschland:

Dr. Chen UFK Berlin Campus Virchow

Prof. Klamroth Vivantes Klinikum Friedrichshain

Dr. Kamin UFK, Universitätsklinikum Dresden

Prof. Kemkes-Matthes Universitätsklinikum Gießen

Dr. Seeger, Dr. Seeliger FK St. Elisabeth Halle/Saale, UFK Halle

Prof. Hillemanns, UFK Hannover

Prof. Schmidt, UFK Homburg

Dr. Schmutzler, UFK Kiel

PD Fischer Klinikum Landshut

Dr. Krause, Klinikum Nürnberg

PD Schauf UFK Tübingen

 

 

 

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