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ICSI

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Die Ursache der ungewollten Kinderlosigkeit muß nicht zwangsläufig bei der Frau liegen. In zunehmenden Maße ist die Qualität des männlichen Samens z.B. durch Umwelteinflüsse geschädigt. Hierbei kann eine Funktionseinschränkung vorliegen, so daß es weder im Eileiter noch im Reagenzglas zu einem Eindringen einer Samenzelle in die Eizelle kommt.

Diese Einschränkung der Samenqualität kann durch eine Mikroinsemination, die sogenannte intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI), überwunden werden. Bei diesem Vorgang erfolgt ein direktes Einbringen eines einzelnen Samenfadens in eine Eizelle mit Hilfe einer komplizierten Apparatur. Diese Methode stellt damit eine Erweiterung der IVF-Therapie dar, für den Fall, daß beispielsweise sowohl ein Eileiter- als auch ein Spermienproblem vorliegt.

Durch die Einführung der ICSI-Behandlung kann vielen Paaren zu einem eigenen Kind verholfen werden, die früher nur durch Nutzung einer Samenspende behandelbar waren.

 

 

 

Für gesetzlich versicherte Paare gelten auch bei der ICSI-Methode die Richtlinien des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen über ärztliche Maßnahmen zur künstlichen Befruchtung. Durch zwei Spermiogramme im Abstand von mindestens 3 Monaten sind wiederholt starke Einschränkungen der Messwerte nachzuweisen:

 

Nativ-Ejakulat:  

Konzentration 

<10 Mio./ml  

Gesamtmotilität 

<30 %  

Progressivmotilität (WHO A)

<25 %  

Normalformen 

<20 %  

Sind nicht alle Kriterien gleichzeitig erfüllt, so ist das entscheidende Kriterium die Progressivmotilität. Sofern diese unter 15 % im Nativsperma oder unter 30 % im swim-up-Test liegt, so liegt eine Indikation für die intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) vor. Die Beurteilung des Spermas hat dabei nach den gültigen WHO-Vorgaben zu erfolgen.

Wenn Sie ein Spermiogramm bei einem Urologen oder Dermatologen erstellen lassen, fragen Sie bitte vorher, ob die WHO-Einteilungen benutzt werden. Das kann auch für die Kostenerstattung von späteren Kinderwunsch-Behandlungen wichtig sein! 

 

 

 

Eine Animation (Macromedia Flash Player) von der Homepage des Europäischen Krankenhauses in Rom kann hier abgerufen werden.

 

 

Geschichtliches

Am Anfang gab es andere Veruche, die Spermien möglichst nahe an die Eizelle heranzubringen.

 

 

 

Die erste erfolgreiche ICSI Behandlung wurde von Dr. Gianpiero D. Palermo, einem aus Italien stammenden Mediziner in Brüssel durchgeführt. Jetzt arbeitet er in New York.

 

    

 

Palermo G., Joris H., Devroey P., van Steirteghem AC.

Pregnancies after intracytoplasmic injection of single spermatozoon into an oocyte.
Lancet 1992 Jul 4;340(8810):17-8

 

 

 

 

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